Der 90/90 Hip Stretch ist eine sitzende Position, bei der beide Knie im 90-Grad-Winkel gebeugt sind – ein Bein vorne, eines seitlich. Die vordere Hüfte wird in Außenrotation gedehnt, die hintere in Innenrotation. Richte dich auf, beuge dich über das vordere Schienbein und halte die Dehnung 30 bis 60 Sekunden pro Seite.
Die meisten Hüftdehnungen bearbeiten immer nur eine Richtung auf einmal. Der 90/90 Hip Stretch beansprucht gleich zwei. Mit einem Bein nach außen gedreht vor dir und dem anderen nach innen gedreht hinter dir rotieren beide Hüften gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen. Genau deshalb setzen Coaches und Physiotherapeuten ihn so gerne als Test und als Dehnübung ein.
Der Name leitet sich von der Position der Beine ab: Beide Knie sind um etwa 90 Grad gebeugt, und die Oberschenkel liegen im 90-Grad-Winkel zueinander. Auf dem Papier klingt das simpel. In der Praxis merken viele jedoch schnell, dass sich eine Seite ganz leicht anfühlt, während die andere völlig blockiert scheint – oder dass sie gar nicht aufrecht sitzen können, ohne nach hinten zu kippen.
In diesem Guide erfährst du, welche Muskeln der 90/90 Hip Stretch anspricht, wie du ihn Schritt für Schritt richtig aufbaust, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du dich von einer unterstützten Variante bis hin zu aktiven Hip Switches steigerst.

Was der 90/90 Hip Stretch bewirkt
Deine Hüfte ist ein Kugelgelenk. Sie kann sich nach außen (Außenrotation) und nach innen drehen (Innenrotation). Im Alltag nutzen die meisten Menschen die vollen Bewegungsenden dieser Drehungen kaum – das gilt ganz besonders für die Innenrotation.
Vorderes Bein (Außenrotation): Die vordere Hüfte dreht sich nach außen. Wenn du dich über das vordere Schienbein nach vorne lehnst, dehnst du das Gesäß und die tiefen Hüftrotatoren, einschließlich des Piriformis. Dieser Teil fühlt sich ähnlich an wie die Taube im Yoga (Pigeon Pose).
Hinteres Bein (Innenrotation): Die hintere Hüfte dreht sich nach innen. Dabei werden die Muskeln gedehnt, die die Hüfte nach außen rotieren – wie der Gluteus medius und Teile des Gluteus maximus. Gleichzeitig forderst du dein Hüftgelenk in einem Bewegungsradius, den viele im Alltag kaum noch erreichen.
Leiste und Hüftkapsel: Je nachdem, wie du deinen Oberkörper ausrichtest, spürst du eventuell auch eine Dehnung an der Oberschenkelinnenseite des vorderen Beins sowie vorne an der hinteren Hüfte.
Eine eingeschränkte Innenrotation der Hüfte kommt häufig vor und hängt mit verschiedenen Hüftproblemen zusammen. Eine Screening-Studie mit 270 jugendlichen Eishockey- und Ringette-Spielern zeigte, dass männliche Athleten mit hüftbedingten Leistenschmerzen weniger Hüftinnenrotation, Flexion und Adduktion aufwiesen als beschwerdefreie Sportler.1 Eine solche Studie belegt zwar einen Zusammenhang und keine direkte Ursache, sie verdeutlicht aber, warum Hüftrotationsübungen ein fester Bestandteil vieler Trainingspläne sind.
So führst du den 90/90 Hip Stretch aus
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Setze dich auf den Boden, stelle die Füße etwas mehr als hüftbreit auf und winkle die Knie an.
- Lass beide Knie nach rechts sinken. Dein rechtes Bein liegt nun nach außen gedreht vor dir, dein linkes Bein nach innen gedreht neben bzw. hinter dir.
- Richte das vordere Bein so aus, dass das Schienbein quer vor deinem Körper liegt und das Knie einen 90-Grad-Winkel bildet.
- Richte das hintere Bein so aus, dass der Oberschenkel zur Seite zeigt, das Knie ebenfalls um 90 Grad gebeugt ist und der Fuß nach hinten zeigt.
- Richte deinen Oberkörper lang auf. Versuche, beide Sitzbeinhöcker nah am Boden zu halten – auch wenn sich eine Seite anfangs etwas anhebt.
- Setze deine Fingerspitzen neben deinen Hüften auf dem Boden auf, um dich abzustützen.
Dehnung über das vordere Bein
- Drehe deinen Brustkorb so, dass er zum vorderen Schienbein zeigt.
- Halte die Wirbelsäule lang und beuge dich aus der Hüfte nach vorne – so, als wolltest du deinen Bauchnabel Richtung Schienbein schieben.
- Halte an, sobald du eine deutliche Dehnung in der äußeren Hüfte und im Gesäß des vorderen Beins spürst.
- Halte die Position für 30 bis 60 Sekunden und atme dabei ruhig und gleichmäßig.
Dehnung über das hintere Bein
- Richte deinen Oberkörper wieder vollständig auf.
- Drehe deinen Brustkorb in Richtung des hinteren Knies.
- Lehne dich sanft in Richtung des hinteren Oberschenkels oder drücke dein hinteres Knie und deinen Fuß ganz leicht in den Boden.
- Du solltest jetzt eine Dehnung an der Außenseite und der Vorderseite der hinteren Hüfte spüren. Halte auch hier für 30 bis 60 Sekunden.
Hebe anschließend deine Knie über die Mitte an und wiederhole den gesamten Ablauf auf der anderen Seite.
Atmung und Bewegungshinweise
- Führe die Bewegung mit der Brust an, nicht mit dem Kopf. Wenn du im oberen Rücken rund wirst, verpufft die Dehnung in der Hüfte.
- Lass beide Schienbeine entspannt und die Füße locker.
- Lass mit jedem Ausatmen die Hüfte, die du gerade dehnst, ein Stückchen tiefer in den Boden sinken.
- Ziele auf ein deutliches Dehngefühl ab, bei dem du noch ganz entspannt sprechen kannst – es soll kein Schmerz sein, gegen den du innerlich anspannen musst.
Wie lange halten?
Halte jede Position für 30 bis 60 Sekunden. Wenn du deine Beweglichkeit gezielt verbessern willst, sind zwei Durchgänge pro Seite ein hervorragender Einstieg. Eine Übersichtsarbeit zu Langzeit-Dehnstudien ergab, dass statisches Dehnen an mindestens 5 Tagen pro Woche – mit einer Gesamtdauer von mindestens 5 Minuten pro Muskelgruppe und Woche – zu den besten Fortschritten bei der Beweglichkeit führte.2 Der 90/90 lässt sich wunderbar oft in den Alltag einbauen, da du dafür nichts weiter als einen Boden brauchst.
Häufige Fehler
Nach hinten kippen
Wenn es dir schwerfällt, aufrecht zu sitzen, wandert dein Gewicht nach hinten und der untere Rücken rundet sich ein. Dadurch kommt kaum noch Dehnung in den Hüften an.
So machst du es besser: Setze dich auf eine gefaltete Decke oder einen Yoga-Block, damit deine Hüfte höher als deine Knie liegt. Alternativ kannst du die weiter unten beschriebene Variante im Rücklehnen nutzen.
Das Abheben der hinteren Hüfte
Der Sitzbeinhöcker des hinteren Beins hebt sich oft weit vom Boden ab. Ein kleines Stück ist völlig normal, besonders am Anfang. Hebt er sich jedoch extrem ab, weichst du der Innenrotation komplett aus.
So machst du es besser: Ziehe den hinteren Fuß etwas näher an deinen Körper heran, sodass das Knie stärker als 90 Grad gebeugt ist. Das erleichtert die Innenrotation und die Hüfte kann sich besser absenken.
Rundrücken, um tiefer zu kommen
Sich einfach über das vordere Schienbein nach unten sacken zu lassen, fühlt sich zwar nach einer tieferen Dehnung an, verlagert die Bewegung aber nur in deine Brustwirbelsäule.
So machst du es besser: Halte die Brust stolz und die Wirbelsäule lang. Eine kleinere Vorbeuge mit geradem Rücken dehnt die Hüfte um ein Vielfaches effektiver.
Das Knie stur in 90 Grad zwingen
Der 90-Grad-Winkel ist ein Richtwert, kein unumstößliches Gesetz. Die Position mit Gewalt zu erzwingen, verdreht oft das Knie – und dieses Gelenk rotiert nun mal nicht wie die Hüfte.
So machst du es besser: Beuge die Knie ruhig etwas spitzer, wenn dein Körper das verlangt. Spürst du ein Ziehen an der Knieinnenseite, verkleinere den Winkel und halte die Füße locker.
Die Luft anhalten
Sobald ein Stretch intensiv wird, neigen viele dazu, den Atem anzuhalten. Das signalisiert dem Körper Gefahr und sorgt für unnötige Muskelanspannung.
So machst du es besser: Atme ruhig und betone dabei besonders ein langes, gelöstes Ausatmen. Wenn du nicht mehr entspannt atmen kannst, gehe ein Stück aus der Dehnung heraus.
Leichtere Varianten
90/90 mit Rücklehnen (Leaning 90/90)
Setze deine Hände hinter dir auf dem Boden auf und lehne dich leicht zurück. Halte die Brust gehoben und die Schultern über den Händen. So nimmst du fast das gesamte Körpergewicht von den Hüften und kannst dich voll auf die Drehung konzentrieren, ohne gegen das Umkippen ankämpfen zu müssen.

Erhöhte Sitzposition
Setze dich auf ein Kissen, eine gefaltete Decke oder einen Yoga-Block. Durch das Anheben des Beckens verringert sich der benötigte Bewegungsumfang in der Hüfte und das aufrechte Sitzen fällt sofort viel leichter.
Die Vierer-Position im Sitzen (Seated Figure Four)
Falls deine Knie die 90/90-Position gar nicht mögen: Setze dich auf einen Stuhl und lege ein Fußgelenk über den gegenüberliegenden Oberschenkel. Beuge dich mit geradem Rücken sanft nach vorne. Das dehnt dieselben Außenrotatoren wie das vordere Bein im 90/90 – ganz ohne Druck auf der hinteren Hüfte oder Bodenkontakt an den Knien.
Schwerere Varianten
90/90 Hip Switches
So machst du aus dem passiven Stretch eine aktive Mobilitätsübung.
- Setze dich hin, stelle die Füße etwas mehr als hüftbreit auf und stütze dich mit den Händen hinter dem Rücken ab.
- Lass beide Knie zu einer Seite in die 90/90-Position sinken.
- Führe die Knie kontrolliert über die Mitte nach oben und lege sie auf der anderen Seite ab.
- Bewege dich langsam, etwa 2 bis 3 Sekunden pro Richtungswechsel. Mache 8 bis 10 Switches pro Seite.

Hip Switches ohne Hände (Hands-Free)
Mache denselben Richtungswechsel, halte die Arme dabei jedoch frei vor der Brust. Ohne die Hände zur Unterstützung müssen deine Rumpf- und Hüftmuskeln die gesamte Bewegung aktiv führen. Wenn dein Oberkörper stark nach hinten ausweicht, bleibe lieber noch ein paar Wochen bei der gestützten Variante.
90/90 Hip Lift
Drücke aus der 90/90-Position das vordere Schienbein in den Boden, spanne das Gesäß des hinteren Beins an und hebe deine Hüfte vollständig vom Boden ab, bis du auf den Knien bist. Kurz halten, kontrolliert wieder absenken und dann die Seite wechseln. Das baut Kraft am Ende deines Bewegungsumfangs auf – genau das, was du brauchst, um neu gewonnene Flexibilität dauerhaft zu sichern.
Fuß-Lift-Offs
Sitze aufrecht im 90/90 ohne Handunterstützung. Versuche, den vorderen Fuß etwa 2 bis 3 Zentimeter vom Boden abzuheben, während das Knie am Boden bleibt. Probiere danach dasselbe mit dem hinteren Fuß. Das sind winzige Bewegungen, die es aber absolut in sich haben: Sie trainieren genau die Muskeln, die deine Hüfte aktiv in der Rotation stabilisieren.
So integrierst du den 90/90 in dein Training
Als Warm-Up
Nutze dynamische Hip Switches für 1 bis 2 Minuten vor Kniebeugen, Kreuzheben, Läufen oder Ballsportarten. Eine systematische Übersichtsarbeit zum Thema Aufwärmdehnen zeigte, dass dynamisches Dehnen kurz vor der Belastung leichte bis moderate Leistungsverbesserungen bringt, während lange statische Dehnungen unmittelbar vor dem Sport die Schnellkraft etwas dämpfen können.3 Hebe dir die langen, gehaltenen 90/90-Stretches also lieber für nach dem Training auf.
Als Cool-Down oder reine Mobility-Einheit
Halte nach dem Training jede Seite für 45 bis 60 Sekunden und nimm die Dehnung für das hintere Bein mit dazu. Kombiniere das Ganze mit der Taube, einem Leistendehnen und einem Stretch für die Hüftbeuger – fertig ist ein rundes Hüftprogramm. Genau nach diesem Schema ist die Hip Opening 90/90 Flow-Routine aufgebaut.
Für Vielsitzer
Langes Sitzen zwingt die Hüften stundenlang in denselben statischen Winkel. Eine kurze Boden-Session mit 90/90 Switches am Abend schenkt den Gelenken genau die Bewegungsrichtungen, die ihnen tagsüber komplett fehlen. Das passt perfekt zu den Impulsen aus unserem Guide Dehnen für Schreibtischarbeiter.
Eine beispielhafte 6-Minuten-Sequenz
- 90/90 Hip Switches (mit Handunterstützung): 10 Wiederholungen
- 90/90 Stretch vorderes Bein: 45 Sekunden pro Seite
- 90/90 Stretch hinteres Bein: 45 Sekunden pro Seite
- Hands-Free Hip Switches: 8 Wiederholungen
- 90/90 Hip Lift: 5 Wiederholungen pro Seite
Wenn du gezielt an den tiefen Rotatoren arbeiten möchtest, kombiniert die Routine Hip Opening Rotators passende Varianten der Taube und der Vierer-Position. Liegt dein Fokus eher auf funktioneller Stabilität, hilft dir das Programm Hip Stability Starter dabei, mehr Kontrolle rund um das Gelenk aufzubauen.
Der 90/90 und Rückenschmerzen
Hüftbeweglichkeit und Rückenschmerzen werden oft in einem Atemzug genannt. Die Studienlage bestätigt diesen Zusammenhang, auch wenn er nicht allein ausschlaggebend ist. Eine Metaanalyse von 40 Studien zu rumpffokussierten Trainingsprogrammen bei chronischen unspezifischen Kreuzschmerzen zeigte, dass größere Verbesserungen der Rumpf- oder Hüftbeweglichkeit mit einer deutlicheren Schmerzlinderung und besseren Alltagsfunktion einhergingen.4 Das beweist zwar nicht, dass der 90/90 für sich allein Rückenschmerzen wegzaubert – gezielte Arbeit an der Hüftrotation ist aber ein sinnvoller Baustein in einem ganzheitlichen Trainingsansatz. Unser Guide zum Dehnen bei Schmerzen im unteren Rücken geht noch genauer auf dieses Zusammenspiel ein.
Wer vorsichtig sein sollte
Knieprobleme: Der 90/90 erzeugt Drehkräfte auf die Kniegelenke, insbesondere auf das hintere Knie. Wenn du Meniskus- oder Bänderverletzungen hast oder unter Knieschmerzen leidest, nutze die Variante im Rücklehnen, setze dich erhöht auf einen Block oder weiche auf die Vierer-Position im Sitzen aus. In unserem Artikel Dehnübungen bei Knieschmerzen findest du viele weitere knieschonende Optionen.
Hüftimpingement oder Labrumläsionen: Eine tiefe Rotation kann die Vorderseite der Hüfte einklemmen. Spürst du ein stechendes Zwicken statt eines angenehmen Dehngefühls, gehe sofort etwas zurück. Oft hilft es schon, das Becken zu erhöhen.
Künstliches Hüftgelenk (Hüft-TEP): Nach einer Hüftoperation ist die Kombination aus Beugung und Innenrotation oft für eine gewisse Zeit tabu. Führe den 90/90 erst dann aus, wenn dein behandelnder Arzt oder Physiotherapeut grünes Licht gegeben hat.
Schwangerschaft: In der Schwangerschaft wird der 90/90 oft als sehr angenehm empfunden. Da die Bänder durch hormonelle Veränderungen jedoch weicher sind, solltest du die Dehnung sanft halten und niemals mit Druck in extreme Endgrade gehen.
Wann du zum Arzt oder Therapeuten solltest
Lass deine Beschwerden ärztlich oder physiotherapeutisch abklären bei:
- Stechenden Schmerzen oder Blockadegefühlen in Hüfte oder Leiste während der Rotation
- Schnappenden Geräuschen im Gelenk, die mit Schmerzen einhergehen
- Knieschmerzen, die auch nach dem Dehnen anhalten
- Einer Hüfte, die trotz wochenlangen regelmäßigen Übens massiv unbeweglicher bleibt als die andere
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der 90/90 schult gleichzeitig die Außenrotation der vorderen Hüfte und die Innenrotation der hinteren Hüfte
- Sitze aufrecht und neige dich aus der Hüfte nach vorne, nicht aus dem oberen Rücken
- Halte die Dehnung für 30 bis 60 Sekunden pro Seite und dehne dich an den meisten Tagen der Woche, um dauerhafte Fortschritte zu machen
- Nutze einen Block oder lehne dich leicht zurück, falls du nach hinten fällst oder deine hintere Hüfte stark abhebt
- Steigere dich zu aktiven Switches und Hip Lifts, um deinen neu gewonnenen Bewegungsspielraum mit Kraft und Kontrolle zu füllen
Häufig gestellte Fragen
Was bringt der 90/90 Hip Stretch?
Der 90/90 Hip Stretch bringt beide Hüften gleichzeitig in eine Rotation. Die vordere Hüfte dreht sich nach außen und dehnt Gesäß und tiefe Rotatoren, während die hintere Hüfte nach innen rotiert und die Innenrotation mobilisiert. Viele nutzen ihn, um ihre Beweglichkeit für Kniebeugen, das Laufen oder das Sitzen auf dem Boden zu verbessern und Unterschiede zwischen beiden Körperseiten aufzuspüren.
Warum fällt mir der 90/90 Stretch so schwer?
Im modernen Alltag nutzen wir die volle Innenrotation der Hüfte so gut wie nie – deshalb fühlt sich das hintere Bein bei den meisten Menschen anfangs völlig blockiert an. Sind zudem Gesäßmuskeln und Rotatoren fest, wird das aufrechte Sitzen zur echten Herausforderung. Setze dich einfach auf eine gefaltete Decke oder einen Block, stütze dich mit den Händen hinten ab und beuge die Knie anfangs ruhig spitzer als 90 Grad.
Wie lange sollte ich den 90/90 Hip Stretch halten?
Halte jede Position für 30 bis 60 Sekunden und mache zwei Durchgänge pro Seite, wenn du gezielt Beweglichkeit aufbauen möchtest. Vor dem Training sind dynamische Hip Switches mit 8 bis 10 Wechseln pro Seite besser geeignet als langes statisches Halten. Ausgiebige Dehnphasen legst du am besten ans Ende deines Trainings oder in eine separate Mobility-Einheit am Abend.
Ist der 90/90 Stretch schlecht für die Knie?
Für gesunde Knie ist die Übung bei achtsamer Ausführung absolut sicher. Allerdings wirken dabei leichte Rotationskräfte auf das Gelenk, vor allem auf das hintere Knie. Spürst du ein unangenehmes Ziehen an der Knieinnenseite, beuge das Knie einfach etwas stärker, setze dich erhöht hin oder weiche auf die Vierer-Position im Sitzen aus. Bei bestehenden Meniskus- oder Bänderproblemen solltest du die Übung vorab mit deinem Physiotherapeuten besprechen.
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References
Martin M, Soligon C, Galarneau JM, et al. (2026). Evaluating the Prevalence of Signs and Symptoms Associated With Hip-Related Groin Pain in Youth Ice Hockey and Ringette, Part 1: A Reliability and Cross-Sectional Study. Clinical Journal of Sport Medicine, 36(5), 595-604. PubMed ↩︎
Thomas E, Bianco A, Paoli A, Palma A. (2018). The Relation Between Stretching Typology and Stretching Duration: The Effects on Range of Motion. International Journal of Sports Medicine, 39(4), 243-254. PubMed ↩︎
Behm DG, Blazevich AJ, Kay AD, McHugh M. (2016). Acute effects of muscle stretching on physical performance, range of motion, and injury incidence in healthy active individuals: a systematic review. Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism, 41(1), 1-11. PubMed ↩︎
Prat-Luri A, de Los Rios-Calonge J, Moreno-Navarro P, Manresa-Rocamora A, Vera-Garcia FJ, Barbado D. (2023). Effect of Trunk-Focused Exercises on Pain, Disability, Quality of Life, and Trunk Physical Fitness in Low Back Pain and How Potential Effect Modifiers Modulate Their Effects: A Systematic Review With Meta-analyses. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 53(2), 64-93. PubMed ↩︎