Die effektivste Dehnung für die Hüft-Außenrotatoren ist das liegende Nadelöhr: Lege dich auf den Rücken, lege einen Knöchel auf das andere Knie und ziehe den Oberschenkel zur Brust. Auch das sitzende Nadelöhr, die Taube, doppelte Taube und 90/90 dehnen die tiefen Rotatoren. Halte jede Seite 30 bis 60 Sekunden.
Tief hinten in jeder Hüfte, unter den großen Gesäßmuskeln, liegt eine Gruppe kleiner Muskeln, die deinen Oberschenkel nach außen drehen: die Außenrotatoren der Hüfte. Du brauchst sie bei jedem Schritt, jeder Drehung oder beim Aussteigen aus dem Auto – und nach langem Sitzen, Laufen oder Radfahren fühlen sie sich oft ziemlich verspannt an.
Wenn Menschen nach Dehnübungen für die Außenrotation der Hüfte suchen, wollen sie meist genau diese Muskeln dehnen: den Piriformis und seine Nachbarn. In diesem Guide erfährst du, wie das geht. Du findest Schritt-für-Schritt-Anleitungen für sieben Übungen, erfährst, wie lange du sie halten solltest, welche Fehler die Wirkung mindern und bekommst eine kurze Routine an die Hand.

Die Außenrotatoren der Hüfte
Sechs kleine Muskeln – im Englischen oft als die „Deep Six“ bezeichnet – verlaufen vom Becken und Kreuzbein zum oberen Ende des Oberschenkelknochens:
- Piriformis: Der bekannteste von ihnen, der vom Kreuzbein zum oberen Ende des Oberschenkelknochens (Femur) verläuft
- Musculus gemellus superior und inferior: Zwei kleine Muskeln ober- und unterhalb des Musculus obturator internus
- Musculus obturator internus und obturator externus: Tief liegende Muskeln, die rund um die Öffnung im Beckenknochen entspringen
- Musculus quadratus femoris: Ein kurzer, flacher Muskel am unteren Ende der Gruppe
Auch der Gluteus maximus, der hintere Teil des Gluteus medius und der Sartorius helfen dabei, die Hüfte nach außen zu drehen. Genau deshalb dehnen die meisten der folgenden Übungen auch das Gesäß mit.
Warum die Dehnposition so wichtig ist
Die Rotatoren dehnen sich nicht in jeder Position gleich. Eine Studie an Körperspendern hat gemessen, wie stark sich die kurzen Außenrotatoren in vier typischen Positionen verlängern. Alle vier brachten die Muskeln auf Länge. Der Piriformis und der Gemellus superior verlängerten sich am stärksten, wenn die Hüfte um 90 Grad gebeugt und quer vor den Körper geführt wurde. Der Obturator internus und der Gemellus inferior dehnten sich am meisten, wenn die Hüfte gestreckt und nach innen gedreht war. Eine Außenrotation der Hüfte bei jeweils um 90 Grad gebeugter Hüfte und gebeugtem Knie war die drittwirksamste Position.1
Für die Praxis bedeutet das: Es gibt nicht die eine perfekte Dehnübung. Eine Mischung aus Nadelöhr (Figure Four), Taube und Positionen quer über die Körpermitte erreicht die gesamte Muskelgruppe viel besser als eine einzelne Übung.
Anzeichen für feste Hüftrotatoren
- Ein Knie bleibt deutlich höher als das andere, wenn du im Schneidersitz oder im Schmetterlingssitz bist
- Du spürst ein deutliches Ziehen tief im Gesäß, wenn du einen Knöchel auf das andere Knie legst
- Deine Füße drehen sich beim Stehen oder Gehen auffallend nach außen
- Die Rückseite deiner Hüfte fühlt sich nach langem Sitzen, Autofahren oder einem langen Lauf steif an
Nichts davon bedeutet, dass etwas kaputt ist. Es zeigt dir einfach, worauf du deinen Fokus legen kannst.
7 Dehnübungen für die Außenrotation der Hüfte
Fang mit den ersten beiden an, wenn du neu beim Dehnen bist oder empfindliche Knie hast. Geh zu Taube und doppelter Taube über, sobald sich das Nadelöhr leicht anfühlt.
1. Nadelöhr im Liegen (Lying Figure Four)
Zielt auf: Piriformis, tiefe Rotatoren, Gesäßmuskeln
Das ist der sicherste Einstieg, weil der Boden deinen Rücken stützt und du die Intensität ganz einfach mit den Händen steuerst.
So geht’s:
- Lege dich auf den Rücken, winkle beide Knie an und stelle die Füße flach auf
- Lege deinen rechten Knöchel knapp oberhalb des Knies über den linken Oberschenkel
- Hebe den linken Fuß vom Boden ab
- Greife mit beiden Händen die Rückseite deines linken Oberschenkels und ziehe ihn sanft zur Brust
- 30 bis 60 Sekunden halten, dann die Seite wechseln
Tipps: Ziehe die Zehen des oberen Fußes zum Schienbein heran (Flex-Position), um das Knie zu schützen. Lass Kopf und Schultern entspannt am Boden liegen.
Typischer Fehler: Das Steißbein vom Boden abzuheben, um das Bein näher heranzuziehen. Lass das Becken schwer am Boden.
Leichter: Lass den unteren Fuß am Boden stehen und drücke das obere Knie sanft von dir weg. Schwerer: Ziehe den unteren Oberschenkel weiter zur Brust oder nimm ein Dehnband zu Hilfe, falls du mit den Händen nicht herankommst.
2. Nadelöhr im Sitzen (Seated Figure Four)
Zielt auf: Piriformis, Gesäß, äußere Hüfte
Dieselbe Übung auf dem Stuhl. Perfekt fürs Büro, in der Bahn oder wann immer du dich gerade nicht hinlegen kannst.
So geht’s:
- Setze dich auf den vorderen Teil eines Stuhls, beide Füße stehen flach auf dem Boden
- Lege deinen rechten Knöchel auf das linke Knie
- Richte dich ganz auf und beuge dich dann mit geradem Rücken aus der Hüfte nach vorne
- Halte an, sobald du eine Dehnung im rechten Gesäß spürst
- 30 bis 60 Sekunden halten, dann die Seite wechseln
Tipps: Führe die Bewegung mit der Brust an, nicht mit dem Kopf. Die Vorbeuge kommt rein aus den Hüften.
Typischer Fehler: Den Rücken rund machen. Das fühlt sich zwar nach mehr Dehnung an, verlagert den Zug aber in die Wirbelsäule statt in die Hüfte.
Leichter: Bleibe aufrecht sitzen und drücke das obere Knie ganz leicht mit der Hand nach unten. Schwerer: Lehne dich weiter nach vorne, bis deine Brust nah am Schienbein ist.

3. Taube (Pigeon Pose)
Zielt auf: Tiefe Rotatoren und Gesäß des vorderen Beins, Hüftbeuger des hinteren Beins
Die Taube kombiniert die Außenrotation mit deinem Körpergewicht und sorgt so für eine spürbar intensivere Dehnung als das Nadelöhr. Unser Guide zur Taube erklärt sie dir im Detail. Hier sind die Grundlagen.
So geht’s:
- Starte im Vierfüßlerstand
- Ziehe dein rechtes Knie nach vorne hinter dein rechtes Handgelenk
- Winkle das rechte Schienbein schräg in Richtung deiner linken Hüfte an
- Lass das linke Bein gerade nach hinten gleiten
- Richte dein Becken parallel zum Boden aus und senke deinen Oberkörper auf die Unterarme oder Hände ab
- 45 bis 90 Sekunden pro Seite halten
Tipps: Halte den vorderen Fuß geflext (Zehen herangezogen). Lege ein Kissen oder einen Yogablock unter die rechte Hüfte, falls sie nicht den Boden berührt.
Typischer Fehler: Zur Seite des vorderen Beins wegzukippen. Halte dein Gewicht mittig, damit das Becken gerade bleibt.
Leichter: Ziehe die vordere Ferse näher an die Leiste oder wechsle ins liegende Nadelöhr. Schwerer: Bringe das vordere Schienbein weiter parallel zum vorderen Mattenrand.
4. Doppelte Taube (Fire Log)
Zielt auf: Tiefe Rotatoren, Gesäß und äußere Hüfte beider Beine
Bei der doppelten Taube liegt ein Schienbein direkt auf dem anderen. Es ist eine der intensivsten Übungen für die Außenrotation, die es gibt – geh sie also behutsam an.
So geht’s:
- Setze dich aufrecht mit ausgestreckten Beinen hin
- Beuge das linke Knie und lege das Schienbein parallel zum vorderen Mattenrand vor dir ab
- Beuge das rechte Knie und lege das rechte Schienbein genau darüber, sodass der rechte Knöchel auf dem linken Knie liegt
- Flexe beide Füße
- Bleibe aufrecht sitzen oder beuge dich mit langem Rücken sanft nach vorne
- 30 bis 60 Sekunden halten, danach die Beinposition tauschen
Tipps: Wenn das obere Knie weit in der Luft schwebt, stütze es mit einem Kissen ab, damit das Bein entspannen kann.
Typischer Fehler: Das obere Knie mit den Händen nach unten drücken. Dieser Druck landet im Kniegelenk, nicht in der Hüfte.
Leichter: Setze dich in einen einfachen Schneidersitz, bei dem ein Schienbein vor dem anderen liegt, statt sie zu stapeln. Schwerer: Wandere mit den Händen nach vorne und senke deine Brust zu den Schienbeinen.

5. Die 90/90-Position
Zielt auf: Außenrotation am vorderen Bein, Innenrotation am hinteren Bein
Beim 90/90 sind beide Knie im rechten Winkel gebeugt – ein Bein liegt vor dir, eines zur Seite. Die vordere Hüfte befindet sich in Außenrotation: Wenn du dich über das vordere Schienbein lehnst, dehnst du ihre Rotatoren. Gleichzeitig trainiert die hintere Hüfte die Innenrotation.
So geht’s (Kurzfassung):
- Setze dich so hin, dass beide Knie im 90-Grad-Winkel gebeugt sind: das vordere Schienbein quer vor dir, das hintere seitlich nach hinten
- Richte dich auf und drehe deinen Oberkörper in Richtung des vorderen Schienbeins
- Beuge dich mit langem Rücken über das vordere Schienbein nach vorne
- 30 bis 60 Sekunden halten, dann die Seite wechseln
Der 90/90 bietet enorm viele Varianten, von fließenden Wechseln (Hip Switches) bis zu verschiedenen Vorbeugen. Die ausführliche Anleitung findest du in unserem Guide zum 90/90-Hüftstretch oder direkt im mitmachenden Hip Opening 90-90 Flow.
6. Schmetterlingssitz (Butterfly)
Zielt auf: Oberschenkelinnenseiten und Hüftrotatoren
Der Schmetterlingssitz bringt beide Hüften in Außenrotation und lässt die Knie nach außen sinken. Er dehnt zwar vor allem die Innenseiten der Oberschenkel (Adduktoren), ist aber ein hervorragender Gradmesser dafür, wie frei deine Hüften nach außen rotieren.
So geht’s:
- Setze dich aufrecht hin und bringe deine Fußsohlen aneinander
- Halte deine Füße oder Knöchel fest und lass die Knie entspannt nach außen fallen
- Lege deine Ellbogen auf den Oberschenkelinnenseiten ab und drücke sie ganz leicht nach unten
- 30 bis 60 Sekunden halten
Tipps: Setze dich auf ein gefaltetes Handtuch, falls dein unterer Rücken rund wird.
Typischer Fehler: Mit den Knien hektisch auf und ab federn. Lass sie stattdessen mit ruhigem Atem schwer werden.
Leichter: Schiebe die Füße weiter vom Körper weg. Schwerer: Ziehe die Fersen näher heran und beuge dich mit geradem Rücken aus der Hüfte nach vorne.
7. Hüftöffner im Stehen (aktiv)
Zielt auf: Hüftrotatoren und Gesäß, kombiniert mit Gleichgewicht
Die bisherigen Übungen sind passiv. Hier drehst du die Hüfte aktiv mit eigener Muskelkraft nach außen – das hilft dir, die gewonnene Beweglichkeit im Alltag auch wirklich abzurufen.
So geht’s:
- Stelle dich hüftbreit und aufrecht hin; halte dich bei Bedarf an einer Wand fest
- Hebe deinen rechten Fuß an und greife ihn vor dem Körper mit der linken Hand
- Lass das rechte Knie nach außen drehen, sodass die Fußsohle nach oben zeigt
- Setze den Fuß wieder ab und wechsle die Seite
- 8 bis 10 Wiederholungen pro Seite
Tipps: Halte den Oberkörper aufrecht und das Standbein ganz leicht gebeugt.
Typischer Fehler: Sich tief nach vorne beugen, um den Fuß zu greifen. Führe lieber den Fuß nach oben zur Hand.
Leichter: Hebe nur das Knie an und drehe es nach außen, ohne den Fuß zu greifen. Schwerer: Halte jede Wiederholung am oberen Punkt drei Sekunden lang.
Wie lange und wie oft?
- Haltedauer: 30 bis 60 Sekunden pro Seite für die meisten Übungen, 45 bis 90 Sekunden bei der Taube
- Durchgänge: 1 bis 2 Runden pro Seite
- Häufigkeit: Tägliches Dehnen ist für die meisten völlig unbedenklich. Drei- bis fünfmal pro Woche bringt ebenfalls spürbare Erfolge
- Intensität: Ein deutliches, angenehmes Ziehen, bei dem du ruhig weiteratmen kannst. Niemals stechender Schmerz
Statisches Dehnen verbessert die Beweglichkeit sofort – ein systematischer Review hat jedoch gezeigt, dass dieser kurzfristige Effekt meist nach weniger als 30 Minuten wieder nachlässt.2 Eine dauerhafte Veränderung braucht regelmäßiges Üben über mehrere Wochen. Wenn du wenig Zeit hast: Zwei Minuten jeden Tag bringen dich weiter als eine lange Session am Wochenende.
Eine 6-Minuten-Routine für deine Hüftrotatoren
- Hüftöffner im Stehen: 8 Wiederholungen pro Seite (Aufwärmen)
- Nadelöhr im Liegen: 45 Sekunden pro Seite
- Nadelöhr im Sitzen oder 90/90: 45 Sekunden pro Seite
- Taube: 60 Sekunden pro Seite
- Schmetterlingssitz: 45 Sekunden
Wenn du lieber eine geführte Routine mit Timer möchtest: Das Workout Hip Opening Rotators kombiniert Hüftkreisen, 90/90, Taube und Nadelöhr in knackigen sechs Minuten.
Denk an die Innenrotation und an Kraft
Die Außenrotation ist nur die halbe Miete. Viele Menschen mit festen Rotatoren sind auch in der Innenrotation eingeschränkt – also beim Eindrehen des Oberschenkels. Ein systematischer Review ergab, dass unter allen Hüftbewegungen eine eingeschränkte Innenrotation am häufigsten mit unspezifischen Schmerzen im unteren Rücken zusammenhing (auch wenn die Evidenzqualität sehr niedrig war).3 Genau deshalb ist der 90/90 so wertvoll: Das hintere Bein schult die Innenrotation, während das vordere gedehnt wird.
Auch Kraft ist entscheidend. Beweglichkeit, die du nicht muskulär kontrollieren kannst, bleibt selten von Dauer. Kombiniere deine Dehnübungen mit Kräftigung – etwa Beinheben in Seitlage oder Balanceübungen auf einem Bein. Die Routine Hip Stability Builder wechselt gezielt zwischen Dehnen und Muskelaktivierung ab. Einen umfassenden Überblick über die gesamte Hüfte findest du in unserem Guide für bewegliche Hüften.
Wann Vorsicht geboten ist
Das Dehnen der Hüftrotatoren ist für fast alle sicher. Sei jedoch besonders achtsam, wenn Folgendes auf dich zutrifft:
- Künstliches Hüftgelenk: Eine tiefe Beugung in Kombination mit Kreuzen oder Rotieren des Beins kann nach einer OP eingeschränkt sein. Sprich unbedingt mit deinem Operateur, bevor du Übungen wie Nadelöhr oder Taube ausprobierst.
- Knieschmerzen: Taube und doppelte Taube können das Knie belasten, wenn die Hüfte blockiert. Wechsle lieber auf das Nadelöhr im Liegen und flexe den Fuß bewusst.
- Einklemmen vorne in der Hüfte: Ein stechendes oder klemmendes Gefühl in der Leiste bei tiefer Beugung deutet oft auf ein Gelenkproblem (etwa ein Impingement) hin. Verringere die Tiefe und lass es abklären, wenn es nicht verschwindet.
- Schwangerschaft: Hormone lockern die Bänder. Dehne sanft und wähle gut gestützte Positionen.
Suche einen Arzt oder Physiotherapeuten auf, falls Schmerzen ins Bein ausstrahlen, Taubheit oder Kribbeln in Bein oder Fuß auftreten, Gesäßschmerzen nach einigen Wochen Dehnen unverändert bleiben oder Beschwerden nach einem Sturz begonnen haben. Ausstrahlende Schmerzen ins Bein hängen oft mit dem Ischiasnerv zusammen – mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zum Piriformis-Syndrom.
Häufig gestellte Fragen
Welche Muskeln dehnt man bei der Außenrotation der Hüfte?
Im Fokus stehen die sechs tiefen Außenrotatoren: Piriformis, Gemellus superior und inferior, Obturator internus und externus sowie der Quadratus femoris. Fast alle Übungen dehnen zudem den Gluteus maximus und den hinteren Anteil des Gluteus medius mit. Deshalb werden Nadelöhr und Taube oft gleichermaßen als Gesäß- oder Piriformis-Dehnungen bezeichnet.
Was ist besser: Nadelöhr oder Taube?
Beide sprechen dieselben Muskeln an. Das Nadelöhr lässt sich leichter dosieren und schont das Knie – perfekt für Einsteiger oder bei Knieschmerzen. Die Taube nutzt dein volles Körpergewicht und dehnt spürbar intensiver, sobald deine Hüften dafür bereit sind. Viele nutzen das Nadelöhr zwischendurch an stressigen Tagen und die Taube, wenn sie etwas mehr Zeit mitbringen.
Warum ist eine Hüfte fester als die andere?
Leichte Unterschiede zwischen beiden Seiten sind völlig normal. Sie entstehen oft durch Alltagshygewohnheiten: immer dasselbe Bein zu überschlagen, das Gewicht im Stehen auf eine Seite zu verlagern oder durch Sportarten mit einer bevorzugten Drehrichtung. Dehne die festere Seite ruhig einen Tick länger, vergiss aber die andere Seite nicht. Wenn der Unterschied extrem ist oder wehtut, lass es physiotherapeutisch checken.
Kann ich meine Hüftrotatoren täglich dehnen?
Ja. Tägliches Dehnen mit moderater Intensität ist für die meisten absolut sicher und sorgt dafür, dass die gewonnene Beweglichkeit erhalten bleibt. Achte auf ein angenehmes Ziehen und meide scharfe Schmerzen. Fühlt sich die Hüfte am nächsten Tag überlastet an, verkürze die Haltedauer, nimm etwas Intensität raus und baue einen Pausentag ein.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Rotatoren liegen tief unter dem Gesäß: Nadelöhr und Taube erreichen sie deutlich gezielter als viele allgemeine Hüftübungen
- Nutze verschiedene Positionen: Die einzelnen Rotatoren verlängern sich in unterschiedlichen Winkeln am besten
- Starte mit dem Nadelöhr: Geh erst zur Taube oder doppelten Taube über, wenn sich die Basisübung locker anfühlt
- 30 bis 60 Sekunden halten und dranbleiben: Kurze, tägliche Einheiten wirken deutlich nachhaltiger als gelegentliche Mammut-Sessions
- Gleichgewicht zählt: Trainiere neben dem Dehnen immer auch die Innenrotation und die Kraft deiner Hüftmuskulatur
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Quellen
McGovern RP, Kivlan BR, Martin RL. (2017). Length change of the short external rotators of the hip in common stretch positions: a cadaveric study. International Journal of Sports Physical Therapy, 12(7), 1068-1077. PubMed ↩︎
Behm DG, Blazevich AJ, Kay AD, McHugh M. (2016). Acute effects of muscle stretching on physical performance, range of motion, and injury incidence in healthy active individuals: a systematic review. Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism, 41(1), 1-11. PubMed ↩︎
Avman MA, Osmotherly PG, Snodgrass S, Rivett DA. (2019). Is there an association between hip range of motion and nonspecific low back pain? A systematic review. Musculoskeletal Science & Practice, 42, 38-51. PubMed ↩︎