Die Schulter ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper und kann sich in einem außergewöhnlichen Bewegungsumfang in mehreren Ebenen bewegen. Diese Beweglichkeit hat jedoch ihren Preis: Die Schulter opfert Stabilität für Freiheit, was sie anfällig für Dysfunktionen und Einschränkungen macht.
Eine schlechte Schultermobilität beeinträchtigt mehr als nur das Greifen über den Kopf. Sie schränkt die sportliche Leistung ein, erzeugt kompensatorische Bewegungsmuster, die andere Gelenke belasten, und kann zu Schmerzen im Nacken, im oberen Rücken und sogar im unteren Rücken führen.
Dieser umfassende Leitfaden behandelt alles, was du über Schultermobilität wissen musst: die zugrunde liegende Anatomie, wie du deine aktuelle Beweglichkeit testen kannst, und bewährte Übungen, um den vollen Bewegungsumfang wiederherzustellen und zu erhalten.

Die Anatomie der Schulter verstehen
Die Schulter ist kein einzelnes Gelenk, sondern ein Komplex aus vier Gelenkverbindungen, die zusammenarbeiten.
Das Glenohumeralgelenk
Das primäre Schultergelenk, an dem der Humerus (Oberarmknochen) auf die Skapula (Schulterblatt) trifft. Im Gegensatz zur tiefen Pfanne des Hüftgelenks ist die Schulterpfanne (Fossa glenoidalis) flach und bietet nur minimalen knöchernen Halt. Die Stabilität kommt hauptsächlich vom Weichteilgewebe: der Gelenkkapsel, den Bändern, der Muskulatur der Rotatorenmanschette und dem Labrum (einer faserknorpeligen Lippe, die die Gelenkpfanne vertieft).
Dieses Design ermöglicht eine enorme Beweglichkeit, erfordert aber gesundes Weichteilgewebe, um richtig zu funktionieren. Wenn dieses Gewebe verspannt, vernarbt oder schwach wird, leidet die Mobilität.
Das skapulothorakale Gelenk
Kein echtes Gelenk, aber eine entscheidende funktionelle Verbindung, bei der das Schulterblatt über den Brustkorb gleitet. Das Schulterblatt muss sich frei bewegen können, damit die Schulter ihren vollen Bewegungsumfang erreicht. Wenn die Bewegung des Schulterblatts eingeschränkt ist, kann das Glenohumeralgelenk dies nicht kompensieren, was das Greifen über Kopf und die Rotation einschränkt.
Die Forschung hat gezeigt, dass bei bis zu 68–100 % der Schulterverletzungen eine Dysfunktion des Schulterblatts vorliegt, was seine Bedeutung unterstreicht.1
Das Akromioklavikulargelenk (AC-Gelenk)
Hier trifft das Schlüsselbein (Klavikula) auf das Akromion (Schulterhöhe) des Schulterblatts. Dieses kleine Gelenk ermöglicht die Rotation des Schulterblatts bei Überkopfbewegungen. Steifheit in diesem Bereich schränkt die Bewegung des Schulterblatts und damit die Schultermobilität ein.
Das Sternoklavikulargelenk (SC-Gelenk)
Hier trifft das Schlüsselbein auf das Brustbein (Sternum). Dies ist die einzige knöcherne Verbindung zwischen dem Arm und dem Rumpf. Die Bewegungen hier sind subtil, aber für die volle Funktion der Schulter unerlässlich.
Die Rotatorenmanschette
Vier Muskeln (Supraspinatus, Infraspinatus, Teres minor, Subscapularis), die am Schulterblatt entspringen und am Oberarmknochen ansetzen. Sie rotieren nicht nur den Arm, sondern zentrieren auch den Oberarmkopf während der Bewegung in der Gelenkpfanne. Eine Schwäche oder Verspannung der Rotatorenmanschette wirkt sich direkt auf die Mobilität und Funktion der Schulter aus.
Wichtige Muskeln, die die Schultermobilität beeinflussen
Häufig verspannt:
- Pectoralis major und minor (Brustmuskulatur)
- Latissimus dorsi (Lat)
- Teres major
- Oberer Trapezius (Nackenmuskulatur)
- Levator scapulae (Schulterblattheber)
- Subscapularis (Innenrotator)
Häufig schwach:
- Unterer Trapezius
- Serratus anterior (vorderer Sägemuskel)
- Außenrotatoren (Infraspinatus, Teres minor)
- Tiefe Halsbeuger
Dieses Muster aus Verspannung und Schwäche – bekannt als Upper Crossed Syndrome (oberes gekreuztes Syndrom) – ist in der modernen Gesellschaft extrem weit verbreitet und schränkt die Schultermobilität erheblich ein.2
Deine Schultermobilität testen
Bevor du mit einem Mobilitätsprogramm beginnst, solltest du deinen aktuellen Status testen. Diese Tests helfen dir, spezifische Einschränkungen zu erkennen.
Wall Arm Raise Test
So geht der Test: Stelle dich mit Rücken, Gesäß und Kopf an eine Wand. Hebe die Arme über den Kopf, halte die Ellbogen gestreckt und versuche, mit den Daumen die Wand zu berühren.
Ideales Ergebnis: Die Daumen berühren die Wand, während der Rücken Kontakt zur Wand behält.
Häufige Einschränkungen:
- Der untere Rücken löst sich von der Wand (Kompensation für einen verkürzten Lat/Teres)
- Die Ellbogen beugen sich (Einschränkung der Schulterflexion)
- Die Arme erreichen die Wand nicht (Verkürzung der hinteren Kapsel oder des Lats)
Apley-Scratch-Test
So geht der Test: Führe eine Hand von unten hinter deinen Rücken (als würdest du dich am Rücken kratzen). Führe die andere Hand von oben (über die Schulter) nach hinten. Versuche, die Fingerspitzen zu berühren.
Ideales Ergebnis: Die Fingerspitzen berühren sich oder überlappen.
Was Einschränkungen bedeuten:
- Untere Hand eingeschränkt: Einschränkung der Innenrotation und Extension
- Obere Hand eingeschränkt: Einschränkung der Außenrotation und Flexion
- Deutliche Asymmetrie: Einseitige kapsuläre oder muskuläre Einschränkung
Außenrotation bei 90 Grad
So geht der Test: Lege dich auf den Rücken, den Arm im 90-Grad-Winkel vom Körper abgespreizt, der Ellbogen ist ebenfalls um 90 Grad gebeugt. Lass den Unterarm nach hinten in Richtung Boden fallen.
Ideales Ergebnis: Der Unterarm erreicht eine Position parallel zum Boden oder darüber hinaus.
Häufige Einschränkungen:
- Verkürzung der Innenrotatoren (Subscapularis, Brust, Lat)
- Verkürzung der hinteren Kapsel, die die kompensatorische Verschiebung nach vorne einschränkt
Test der Innenrotation
So geht der Test: Gleiche Position wie oben, aber rotiere den Unterarm nach vorne in Richtung Boden.
Ideales Ergebnis: Der Unterarm erreicht eine Position parallel zum Boden.
Häufige Einschränkungen:
- Verkürzung der Außenrotatoren
- Einschränkung der hinteren Kapsel
Scapular Wall Slides
So geht der Test: Stelle dich mit dem Rücken an eine Wand. Drücke Handrücken, Ellbogen und Schultern gegen die Wand. Schiebe die Arme nach oben und unten, während du den Kontakt hältst.
Was es zeigt:
- Unfähigkeit, den Kontakt zu halten, deutet auf eine Brustkyphose (Rundrücken) oder eine Dysfunktion des Schulterblatts hin
- Schmerzen oder ein Einklemmen deuten auf Impingement-Probleme hin
- Asymmetrie weist auf einseitige Einschränkungen hin
Warum die Schultermobilität abnimmt
Die Ursachen zu verstehen hilft dir, die Wurzel des Problems anzugehen und nicht nur die Symptome.
Dauerhaft schlechte Körperhaltung
Das Sitzen mit nach vorne gezogenen Schultern führt dazu, dass:
- sich die Brustmuskulatur chronisch verkürzt
- die Brustwirbelsäule in einer Kyphose (Rundrücken) versteift
- die Schulterblätter nach vorne wandern und nach vorne kippen
- der obere Trapezius überlastet wird, während der untere Trapezius abschwächt
Dieses Haltungsmuster, das über Jahre hinweg täglich wiederholt wird, schränkt die Mobilität zunehmend ein.
Repetitive Bewegungsmuster
Wenn du die Schulter nur in begrenzten Mustern nutzt (zum Beispiel immer nur nach vorne zur Tastatur greifst), werden bestimmte Bewegungsbahnen verstärkt, während andere vernachlässigt werden. Die Schulter verliert die Fähigkeit, sich in die vernachlässigten Richtungen zu bewegen.
Frühere Verletzungen
Schulterverletzungen heilen oft mit der Bildung von Narbengewebe in der Gelenkkapsel und der umgebenden Muskulatur. Ohne gezielte Rehabilitation schränkt dieses Narbengewebe den Bewegungsumfang dauerhaft ein.
Eine in der Fachzeitschrift Physical Therapy in Sport veröffentlichte Studie ergab, dass selbst leichte Schulterverletzungen zu dauerhaften Mobilitätsdefiziten führen können, wenn sie nicht richtig rehabilitiert werden.
Alterungsprozess
Zu den altersbedingten Veränderungen gehören eine abnehmende Elastizität des Kollagens, eine geringere Viskosität der Gelenkflüssigkeit sowie degenerative Veränderungen an Knorpel und Knochen. Obwohl ein gewisser Rückgang normal ist, verlangsamt proaktives Mobilitätstraining diesen Prozess erheblich.
Steifheit der Brustwirbelsäule
Die Brustwirbelsäule muss sich strecken und rotieren können, damit die Schulter die volle Überkopfbewegung ausführen kann. Eine steife Brustwirbelsäule erzwingt Kompensationen in der Schulter und der Lendenwirbelsäule.
Dysfunktionale Atmung
Dysfunktionale Atemmuster (Brustatmung statt Zwerchfellatmung) erzeugen chronische Spannungen in der Atemhilfsmuskulatur von Nacken und Brust, was die Schultermobilität einschränkt.
Dehnübungen für die Schultermobilität
Diese Dehnübungen zielen auf die Muskeln und Gewebe ab, die die Schultermobilität am häufigsten einschränken.
Brustdehnung im Türrahmen
Ziel: Pectoralis major und minor
So geht’s:
- Stelle dich in einen Türrahmen und lege den Unterarm im 90-Grad-Winkel an den Rahmen.
- Mache einen Schritt nach vorne durch den Türrahmen, bis du eine Dehnung in der Brust spürst.
- Halte die Position für 45–60 Sekunden.
- Wiederhole die Übung mit dem Arm auf verschiedenen Höhen (45 Grad, 90 Grad, 135 Grad), um verschiedene Fasern der Brustmuskulatur zu treffen.
Warum es hilft: Öffnet die vordere Schulter und die Brust, sodass die Schulter in einer neutraleren Position ruhen kann.
Sleeper Stretch
Ziel: Hintere Gelenkkapsel
So geht’s:
- Lege dich auf die Seite, die betroffene Schulter liegt unten.
- Der untere Arm liegt im 90-Grad-Winkel zum Körper, der Ellbogen ist um 90 Grad gebeugt.
- Drücke mit der oberen Hand den unteren Unterarm in Richtung Boden.
- Halte die Position für 30–45 Sekunden.
Wichtig: Dies ist eine sanfte Dehnung. Zu starkes Drücken kann Schulterprobleme verschlimmern. Das Dehnungsgefühl sollte nur leicht sein.
Warum es hilft: Die hintere Kapsel verkürzt sich häufig bei Überkopfsportlern und Büroangestellten, was die Innenrotation einschränkt und zu einer unnatürlichen Mechanik führt.
Lat-Dehnung
Ziel: Latissimus dorsi
So geht’s:
- Knie dich vor eine Hantelbank oder eine andere erhöhte Ablage.
- Lege die Ellbogen auf die Ablage, die Hände sind zusammen.
- Setze dich nach hinten ab und lass die Brust in Richtung Boden sinken.
- Halte die Position für 45–60 Sekunden.
Variation: Lat-Dehnung in Seitenlage – lege dich auf die Seite, strecke den unteren Arm über den Kopf, ziehe das obere Knie zur Brust und mache den unteren Arm ganz lang.
Warum es hilft: Ein verkürzter Latissimus schränkt das Greifen über Kopf und die Außenrotation ein.
Cross-Body Stretch
Ziel: Hintere Schulter (Deltamuskel), Infraspinatus
So geht’s:
- Führe den rechten Arm auf Schulterhöhe quer über den Körper.
- Ziehe den rechten Arm mit der linken Hand näher an dich heran.
- Halte die rechte Schulter dabei unten.
- Halte die Position für 30–45 Sekunden pro Seite.
Warum es hilft: Behebt Verspannungen in der hinteren Schulter, die die Innenrotation und die horizontale Adduktion einschränken.
Thread the Needle (Nadelöhr)
Ziel: Brustwirbelsäulen-Rotation, hintere Schulter
So geht’s:
- Beginne im Vierfüßlerstand.
- Führe den rechten Arm unter dem Körper nach links durch.
- Lege Schulter und Kopf auf dem Boden ab.
- Halte die Position für 30–45 Sekunden pro Seite.
Warum es hilft: Verbessert die Rotation der Brustwirbelsäule, die für die Schulterfunktion unerlässlich ist, und dehnt gleichzeitig die hintere Schulter.
Dehnung in der Zimmerecke
Ziel: Pectoralis major und minor (beidseitig)
So geht’s:
- Stelle dich mit dem Gesicht zu einer Zimmerecke.
- Lege die Unterarme auf jede Wandseite, die Ellbogen sind auf Schulterhöhe.
- Lehne den Körper in die Ecke, bis du eine Dehnung in der Brust spürst.
- Halte die Position für 45–60 Sekunden.
Warum es hilft: Öffnet beide Seiten gleichzeitig und dehnt den Pectoralis minor, der bei Verkürzung zu einer Vorwärtskippung des Schulterblatts führt.
Prone Floor Angels
Ziel: Außenrotatoren, oberer Rücken
So geht’s:
- Lege dich auf den Bauch, die Arme sind in der “Torpfosten”-Position (Ellbogen 90 Grad gebeugt auf Schulterhöhe).
- Ziehe die Schulterblätter zusammen.
- Schiebe die Arme langsam über den Kopf, während du die Spannung hältst.
- Kehre in die Ausgangsposition zurück.
- Führe 10–15 Wiederholungen aus.
Warum es hilft: Dies ist sowohl eine Dehn- als auch eine Kräftigungsübung. Sie verbessert die Mobilität der Außenrotation und baut gleichzeitig Kraft in dieser Position auf.
Mobilitätsübungen für die Schulter
Über das statische Dehnen hinaus verbessern diese Übungen den aktiven Bewegungsumfang.
Wall Slides
Zweck: Verbesserung der Schulterblattmechanik und der Überkopfmobilität
So geht’s:
- Stelle dich mit dem Rücken an eine Wand.
- Lege Hände und Ellbogen in einer W-Position an die Wand.
- Schiebe die Arme nach oben in eine Y-Position, während du den Kontakt zur Wand hältst.
- Schiebe sie zurück in die W-Position.
- Führe 15–20 Wiederholungen aus.
Progression: Füge den Widerstand eines Widerstandsbandes hinzu, wenn sich deine Mobilität verbessert.
Controlled Articular Rotations (CARs)
Zweck: Erhaltung und Erforschung des vollen Gelenkumfangs
So geht’s:
- Stelle dich hin, der Arm hängt an der Seite.
- Mache eine Faust und baue Spannung im gesamten Arm auf.
- Zeichne langsam den größtmöglichen Kreis mit dem Arm in die Luft.
- Bewege dich dabei rotierend durch Flexion, Abduktion und Extension.
- Mache 3–5 Kreise in jede Richtung.
Warum es funktioniert: CARs tasten aktiv die Gelenkgrenzen ab und senden neurologische Signale, die helfen, den Bewegungsumfang zu erhalten. Die Forschung unterstützt kontrollierte Rotationsbewegungen für die Gelenkgesundheit.
Band Pull-Aparts
Zweck: Kräftigung der hinteren Schulter bei gleichzeitiger Verbesserung der Mobilität
So geht’s:
- Halte ein Widerstandsband mit ausgestreckten Armen vor dir.
- Ziehe das Band auseinander, indem du die Schulterblätter zusammenziehst und die Arme nach außen rotierst.
- Kehre kontrolliert in die Ausgangsposition zurück.
- Führe 15–20 Wiederholungen aus.
Warum es funktioniert: Kräftigt die häufig schwache hintere Schultermuskulatur, die ein Gegengewicht zu vorderen Verspannungen bildet.
Shoulder Dislocations (mit Stab oder Band)
Zweck: Verbesserung der Mobilität über Kopf und hinter dem Rücken
So geht’s:
- Halte einen Stab oder ein Band weiter als schulterbreit.
- Rotiere den Stab mit gestreckten Armen von der Vorderseite des Körpers bis hinter den Körper.
- Kehre wieder nach vorne zurück.
- Führe 10–15 Wiederholungen aus.
- Greife enger, sobald sich deine Mobilität verbessert.
Wichtig: “Dislocation” (Ausrenken) ist nur der Name der Übung – sie sollte keine Schmerzen verursachen. Wenn doch, wähle einen breiteren Griff oder reduziere den Bewegungsumfang.
Y-T-W-L in Bauchlage
Zweck: Aktivierung des unteren Trapezius und der Schulterblattstabilisatoren
So geht’s:
- Lege dich auf den Bauch (auf den Boden oder eine Hantelbank).
- Strecke die Arme in eine Y-Position (Daumen zeigen nach oben) und halte sie 5 Sekunden lang.
- Wechsle in die T-Position und halte sie 5 Sekunden lang.
- Wechsle in die W-Position und halte sie 5 Sekunden lang.
- Wechsle in die L-Position (Ellbogen im 90°-Winkel) und halte sie 5 Sekunden lang.
- Führe 5–8 komplette Zyklen aus.
Warum es funktioniert: Aktiviert systematisch die Muskeln, die das Schulterblatt stabilisieren und eine gesunde Schultermechanik unterstützen.3
Open Books
Zweck: Rotation der Brustwirbelsäule
So geht’s:
- Lege dich auf die Seite, die Knie liegen angewinkelt übereinander.
- Strecke beide Arme auf Schulterhöhe nach vorne aus.
- Rotiere den oberen Arm nach hinten in Richtung Boden auf.
- Folge der Hand mit den Augen.
- Kehre in die Ausgangsposition zurück.
- Führe 10–12 Wiederholungen pro Seite aus.
Warum es funktioniert: Verbessert die Rotation der Brustwirbelsäule, die für die volle Schulterfunktion unerlässlich ist.
Unsere Routinen Shoulder Mobility Builder und Shoulder Deep Release integrieren diese Übungen in umfassende Einheiten.
Trainingsplanung für echte Ergebnisse
Die Verbesserung der Schultermobilität erfordert beständiges, strategisches Training.
Tägliche Erhaltung (5–10 Minuten)
Führe dies täglich für eine dauerhafte Schultergesundheit aus:
- Shoulder CARs: 3–5 pro Richtung
- Wall Slides: 15 Wiederholungen
- Brustdehnung im Türrahmen: 30 Sekunden pro Seite
- Cross-Body Stretch: 30 Sekunden pro Seite
Fokussierte Mobilitätseinheit (20–30 Minuten, 3x/Woche)
Für deutliche Verbesserungen:
- Brustwirbelsäule mit der Faszienrolle ausrollen: 2 Minuten
- Thread the Needle: 45 Sekunden pro Seite
- Open Books: 10 pro Seite
- Brustdehnung im Türrahmen: 60 Sekunden pro Position
- Sleeper Stretch: 45 Sekunden pro Seite
- Lat-Dehnung: 60 Sekunden
- Shoulder CARs: 5 pro Richtung
- Y-T-W-L in Bauchlage: 8 Zyklen
- Wall Slides: 20 Wiederholungen
- Band Pull-Aparts: 20 Wiederholungen
Vor dem Training (5 Minuten)
Vor Workouts, die die Schultern beanspruchen:
- Armkreisen: 10 pro Richtung
- Shoulder CARs: 3 pro Richtung
- Band Pull-Aparts: 15 Wiederholungen
- Shoulder Dislocations: 10 Wiederholungen
- Relevante dynamische Bewegungen für das anstehende Workout
Häufige Schulterprobleme angehen
Nach vorne gezogene Schultern
Priorisierte Dehnübungen: Brustdehnung im Türrahmen (besonders mit tieferen Armwinkeln), Dehnung in der Zimmerecke, Extensionsübungen in Bauchlage
Priorisierte Kräftigung: Face Pulls, Band Pull-Aparts, Y-T-W-L in Bauchlage, Rudern
Grundursache: Sitzhaltung und Ergonomie am Arbeitsplatz anpassen
Eingeschränktes Greifen über Kopf
Priorisierte Dehnübungen: Lat-Dehnung, Mobilität der Brustwirbelsäule, Pectoralis-minor-Release
Priorisierte Übungen: Wall Slides, Shoulder CARs mit Fokus auf Überkopfbewegungen, Overhead Shrugs
Bedenke: Die Brustwirbelsäule schränkt das Greifen über Kopf oft stärker ein als die Schulter selbst.
Defizit bei der Innenrotation
Priorisierte Dehnübungen: Sleeper Stretch (sanft), Cross-Body Stretch
Priorisierte Übungen: Innenrotation mit dem Band, CARs mit Fokus auf Innenrotation
Vorsicht: Einschränkungen der Innenrotation entwickeln sich manchmal als Schutzmechanismus nach einer Verletzung. Wenn das Dehnen Schmerzen verursacht, konsultiere einen Profi.
Defizit bei der Außenrotation
Priorisierte Dehnübungen: Brustdehnung, Lat-Dehnung, Subscapularis-Release mit einem Lacrosse-Ball
Priorisierte Übungen: Außenrotation mit dem Band in verschiedenen Winkeln, Außenrotation in Seitenlage
Impingement-Symptome
Ansatz: Konzentriere dich auf die Stabilität des Schulterblatts, bevor du aggressiv an der Mobilität arbeitest. Kräftige den unteren Trapezius und den Serratus anterior. Vermeide schmerzhafte Positionen, während du unterstützende Kraft aufbaust. Konsultiere bei anhaltenden Symptomen einen Profi.
Zeitplan für Verbesserungen
Bei beständigem Training:
Woche 1–2: Vorübergehende Verbesserungen nach den Einheiten. Du spürst vielleicht etwas Muskelkater, da sich das Gewebe anpasst.
Woche 3–4: Dauerhaftere Veränderungen setzen ein. Endgradige Positionen fühlen sich erreichbarer an.
Woche 5–8: Spürbare funktionelle Verbesserungen. Das Greifen über Kopf fällt leichter. Alltägliche Aufgaben sind weniger eingeschränkt.
Ab Monat 3: Signifikante Mobilitätsgewinne, die sich stabil anfühlen. Erhaltungstraining sichert die Fortschritte.
Die individuellen Ergebnisse variieren je nach Schweregrad der Einschränkung, Beständigkeit des Trainings und den zugrunde liegenden Ursachen.
Häufige Fehler
In den Schmerz hinein dehnen: Schulterdehnungen sollten ein Zuggefühl erzeugen, keinen Schmerz. Schmerz ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt – passe die Dehnung an oder lass sie aus.
Die Brustwirbelsäule ignorieren: Viele Probleme mit der Schultermobilität haben ihren Ursprung in der Brustwirbelsäule. Integriere Übungen für die Brustwirbelsäule in jedes Schultermobilitätsprogramm.
Nur dehnen, nie kräftigen: Flexibilität ohne Kraft führt zu Instabilität. Gleiche Dehnübungen immer mit Kräftigungsübungen für die hintere Schulter aus.
Schnelle Ergebnisse erwarten: Chronische Einschränkungen haben sich über Jahre hinweg entwickelt. Eine deutliche Verbesserung dauert Wochen bis Monate.
Inkonsequentes Training: Sporadische Bemühungen bringen nur minimale Ergebnisse. Kurzes tägliches Training ist gelegentlichen längeren Einheiten überlegen.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Schulter ist komplex: Vier Gelenkverbindungen, zahlreiche Muskeln und voneinander abhängige Strukturen erfordern umfassende Ansätze.
- Testen vor dem Handeln: Identifiziere deine spezifischen Einschränkungen, anstatt generischen Programmen zu folgen.
- Es gibt typische Muster: Eine vordere Verspannung bei gleichzeitiger hinterer Schwäche betrifft die meisten Menschen; gehe beides an.
- Die Brustwirbelsäule ist wichtig: Sie schränkt die Schultermobilität oft stärker ein als die Schulter selbst.
- Dehnen und Kräftigen im Gleichgewicht: Mobilität ohne Stabilität ist problematisch.
- Beständigkeit ist essenziell: Kurzes tägliches Training liefert bessere Ergebnisse als gelegentliche längere Einheiten.
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Quellen
Kibler WB, Ludewig PM, McClure PW, et al. (2013). Clinical implications of scapular dyskinesis in shoulder injury: The 2013 consensus statement from the Scapular Summit. British Journal of Sports Medicine, 47(14), 877-885. PubMed ↩︎
Kibler WB, Sciascia A, Wilkes T. (2012). Scapular dyskinesis and its relation to shoulder injury. Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons, 20(6), 364-372. PubMed ↩︎
Cools AMJ, Struyf F, De Mey K, et al. (2013). Rehabilitation of scapular dyskinesis: from the office worker to the elite overhead athlete. British Journal of Sports Medicine, 48(8), 692-697. PubMed ↩︎