Über diese regenerative Stretching-Routine
Unser moderner Alltag hält dein Nervensystem in ständiger Alarmbereitschaft. Stress, Bildschirme und ein voller Terminkalender versetzen deinen Körper in einen dauerhaften Zustand leichter Anspannung. Studien zeigen, dass langsames Dehnen in Kombination mit tiefer Atmung die Aktivität des parasympathischen Nervensystems steigern und so die Entspannung fördern kann.1 Diese regenerative Stretching-Routine nutzt lange, langsame Haltephasen, um deinen Parasympathikus zu aktivieren und deinen Körper in eine tiefe, echte Entspannung zu führen.
Zielbereiche dieser Routine
Im Gegensatz zum aktiven Stretching, das deine Beweglichkeit herausfordert, konzentriert sich diese Routine auf Positionen, in denen du komplett loslassen kannst. Die langen Haltephasen geben deinen Muskeln die nötige Zeit, um tiefgreifend zu entspannen. Dabei stehen deine Hüften, deine Wirbelsäule und die Bereiche im Fokus, in denen sich Stress am meisten festsetzt. Die abschließenden Positionen helfen deinem Körper, vollständig in den Erholungsmodus zu schalten.
Was dich erwartet
Diese 20-minütige Routine umfasst 15 Stretches, die jeweils ein bis zwei Minuten gehalten werden. Das Tempo ist ganz bewusst langsam gewählt. Du gehst durch sanfte Vorbeugen, Hüftöffner, Twists und abschließende Positionen wie Beine an der Wand, die für ihre beruhigende Wirkung auf das Nervensystem bekannt sind.
Für wen diese Routine geeignet ist
Diese Routine ist perfekt für besonders stressige Tage, vor dem Schlafengehen oder immer dann, wenn du dich aufgedreht fühlst und einfach mal runterkommen musst. Sie eignet sich auch hervorragend für Regenerationstage, an denen dein Körper Ruhe statt noch mehr Reize braucht. Jeder, der mit innerer Unruhe, Schlafproblemen oder chronischen Verspannungen zu kämpfen hat, wird davon profitieren.
Tipps für die besten Ergebnisse
Schaffe dir eine ruhige Umgebung, bevor du loslegst. Dimm das Licht, schalte dein Handy stumm und wähle eine Zeit, in der du ungestört bist. Lass deinen Atem ganz natürlich ruhiger werden und verzichte darauf, dich krampfhaft tiefer in die Dehnung zu pushen. Das Ziel ist Loslassen, nicht Leistung.

Bergpose mit erhobenen Armen
Dauer: 0:30
Führe deine Arme nach oben in die Bergpose, um deine Wirbelsäule in die Länge zu ziehen und deinen Oberkörper aufzuwecken.
Level: Anfänger
Anleitung
- Stelle dich hüftbreit hin und lass die Arme locker neben dem Körper hängen.
- Führe deine Arme über die Seite nach oben über den Kopf und halte die Hände dabei schulterbreit auseinander.
- Strecke dich zur Decke, entspanne deine Schultern und richte den Blick leicht nach oben.
Tipps
- Verwurzle beide Füße gleichmäßig im Boden.
- Spanne deine Bauchmuskeln an, um nicht ins Hohlkreuz zu fallen.
Anpassungen
- Lege die Hände an den Hinterkopf oder in die Hüften, falls sich die Streckung über dem Kopf zu intensiv anfühlt.

Hängende Vorbeuge
Dauer: 1:00
Lass dich entspannt nach vorne hängen, um deine Wirbelsäule zu entlasten und die Beinrückseiten sanft zu dehnen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Stelle dich hüftbreit hin und beuge die Knie leicht.
- Atme ein, strecke die Arme über den Kopf und mache die Wirbelsäule lang.
- Atme aus, beuge dich aus der Hüfte nach vorne und lass deinen Oberkörper locker hängen.
- Greife die gegenüberliegenden Ellbogen und lass Kopf und Arme schwer nach unten hängen.
Tipps
- Verteile dein Gewicht gleichmäßig auf die Fersen und Fußballen.
- Konzentriere dich darauf, die Wirbelsäule zu strecken, anstatt den Boden berühren zu wollen.
Anpassungen
- Beuge deine Knie etwas mehr, wenn sich dein Rücken verspannt anfühlt.
- Stütze deine Ellbogen auf einem Block oder Stuhl ab, um dir mehr Halt zu geben.

Heraufschauender Hund
Dauer: 0:30
Drücke dich in den heraufschauenden Hund, um deine Brust zu öffnen und die Vorderseite deines Körpers kraftvoll zu dehnen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Lege dich auf den Bauch, strecke die Beine aus und platziere die Hände unter deinen Schultern.
- Drücke deine Handflächen in den Boden, strecke die Arme und hebe Brust und Oberschenkel vom Boden ab.
- Ziehe die Schultern entspannt weg von den Ohren und richte den Blick leicht nach oben.
Tipps
- Nur deine Handflächen und Fußrücken sollten den Boden berühren.
- Halte die Arme gestreckt, ohne die Ellbogen komplett durchzudrücken.
Anpassungen
- Für eine sanftere Variante kannst du die Oberschenkel auf dem Boden lassen.

Haltung des Kindes
Dauer: 1:00
Lass dich in die Haltung des Kindes sinken, um deinen Atem zu beruhigen und den Rücken mit einer sanften Dehnung zu entspannen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Beginne im Vierfüßlerstand, öffne dann die Knie weiter und lass die großen Zehen sich berühren.
- Setze dein Gesäß nach hinten auf die Fersen und strecke die Hände nach vorn aus.
- Senke die Brust zwischen deine Oberschenkel und lege die Stirn auf dem Boden oder einer Unterlage ab.
Tipps
- Krabble mit den Fingerspitzen weiter nach vorn, um die Dehnung in den Körperflanken zu vertiefen.
- Lass deine Brust mit jedem Ausatmen weiter Richtung Boden sinken.
Anpassungen
- Halte die Knie näher zusammen, wenn sich das für deine Hüften besser anfühlt.
- Lege deine Stirn auf einem Block, Kissen oder einer gefalteten Decke ab, wenn sie den Boden nicht erreicht.

Knie zur Brust
Dauer: 2:00
Ziehe deine Knie zur Brust, um den unteren Rücken zu entlasten und die Hüften sanft zu dehnen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Lege dich auf den Rücken, die Beine sind ausgestreckt und die Arme liegen neben dem Körper.
- Beuge beide Knie und ziehe sie in Richtung deiner Brust.
- Schlinge deine Arme um die Schienbeine, ziehe die Knie nah an dich heran und atme tief durch.
Tipps
- Lass deinen Kopf und Nacken ganz entspannt auf dem Boden liegen.
- Drücke deinen unteren Rücken sanft in die Matte.
Anpassungen
- Greife in die Kniekehlen statt an die Schienbeine, wenn sich das für deinen Körper besser anfühlt.

Liegende Figur 4
Dauer: 2:00
Entspanne dich in der liegenden Figur 4, um verspannte Gesäßmuskeln zu lockern und deinen unteren Rücken zu entlasten.
Level: Anfänger
Anleitung
- Lege dich auf den Rücken, beuge die Knie und stelle die Füße flach auf den Boden.
- Lege einen Knöchel knapp über dem Knie auf dem gegenüberliegenden Oberschenkel ab.
- Hebe das untere Bein an, greife mit den Händen hinter den Oberschenkel und ziehe die Beine sanft zur Brust.
Tipps
- Lass deinen Kopf und deine Schultern ganz entspannt auf dem Boden liegen.
- Drücke deinen unteren Rücken sanft in die Matte.
Anpassungen
- Lege einen Gurt um deinen Oberschenkel, falls du ihn mit den Händen nicht gut erreichst.
- Lass den unteren Fuß auf dem Boden stehen, wenn du eine sanftere Dehnung möchtest.

Liegende Drehung
Dauer: 2:00
Drehe dich sanft in der Rückenlage, um deine Wirbelsäule, Brust und den Po gleichzeitig zu dehnen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Lege dich auf den Rücken, strecke die Beine aus und lege die Arme neben deinen Körper.
- Beuge ein Knie und stelle den Fuß auf den Boden.
- Führe das gebeugte Knie über deinen Körper zur gegenüberliegenden Seite, sodass sich dein Oberkörper und dein Becken mitdrehen.
- Lege die gegenüberliegende Hand auf die Außenseite des gebeugten Knies und strecke den anderen Arm zur Seite aus.
Tipps
- Halte beide Schultern fest auf dem Boden.
Anpassungen
- Unterstütze das gebeugte Knie bei Bedarf mit einem Kissen oder einem Yoga-Block.

Oberschenkeldehnung
Dauer: 2:00
Dehne deine Oberschenkelvorderseite, indem du einen Fuß neben dich legst und dich für eine tiefe, wohltuende Entspannung zurücklehnst.
Level: Anfänger
Anleitung
- Sitze mit ausgestreckten Beinen, beuge dann ein Knie und ziehe die Ferse nach hinten in Richtung Gesäß.
- Greife dein Fußgelenk und lege den Fuß direkt unter deine Hüfte.
- Lehne dich auf deine Ellbogen oder so weit zurück, wie es bequem ist, und atme in die Dehnung.
Tipps
- Halte deine Hüfte, Knie und Fußgelenke in einer Linie.
- Achte darauf, dass der Fuß unter deinem Gesäß bleibt und nicht zur Seite ausbricht.
Anpassungen
- Lege einen Gurt um deinen Fuß, falls es dir schwerfällt, das Fußgelenk zu greifen.
- Lege dich auf die Seite und ziehe den Fuß zu dir heran für eine sanftere Variante, falls deine Knie empfindlich sind.

Vorbeuge im Sitzen
Dauer: 1:00
Beuge dich aus dem aufrechten Sitz nach vorn, um deine Oberschenkelrückseiten und den Rücken mit einer beruhigenden Vorbeuge zu dehnen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Setze dich mit ausgestreckten Beinen hin und strecke die Arme über den Kopf, um deine Wirbelsäule zu strecken.
- Beuge dich aus der Hüfte nach vorn und greife nach deinen Zehen, Schienbeinen oder Knöcheln.
- Halte die Dehnung, atme langsam und achte darauf, dass deine Wirbelsäule lang bleibt.
Tipps
- Konzentriere dich darauf, dich aus der Hüfte zu beugen, anstatt den Rücken rund zu machen.
Anpassungen
- Lege einen Gurt um deine Füße oder lass die Hände an den Schienbeinen, wenn die Zehen zu weit weg sind.
- Beuge die Knie leicht, wenn deine Oberschenkelrückseiten verkürzt sind.

Schmetterling
Dauer: 1:00
Komme in den Schmetterling, um Hüfte und Leisten zu öffnen, während du tief in die verspannten Muskeln atmest.
Level: Anfänger
Anleitung
- Setze dich aufrecht mit ausgestreckten Beinen hin, beuge dann die Knie und lege die Fußsohlen aneinander.
- Greife deine Füße oder Knöchel und lass die Knie locker nach außen fallen.
- Drücke die Knie sanft Richtung Boden, während du die Wirbelsäule lang hältst.
Tipps
- Nutze deine Ellbogen, um die Oberschenkel leicht nach unten zu schieben, aber nur, wenn es sich gut anfühlt.
- Hebe das Brustbein an und vermeide es, den Rücken rund zu machen.
Anpassungen
- Lege Kissen unter deine Oberschenkel, wenn deine Hüfte etwas mehr Unterstützung braucht.
- Setze dich auf eine gefaltete Decke, um dein Becken zu erhöhen und die Dehnung angenehmer zu machen.

Vorbeuge im Schmetterling
Dauer: 1:00
Beuge dich über deine Beine im Schmetterling, um den unteren Rücken und die inneren Oberschenkel sanft und beruhigend zu dehnen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Setze dich mit ausgestreckten Beinen hin, lege dann die Fußsohlen aneinander und lass die Knie locker nach außen fallen.
- Lege die Hände vor dir auf den Boden und beuge dich aus der Hüfte nach vorn.
- Entspanne Kopf und Nacken in Richtung deiner Füße und atme tief in die Dehnung hinein.
Tipps
- Lass das Gewicht deines Kopfes die Dehnung ganz natürlich vertiefen.
Anpassungen
- Setze dich auf eine gefaltete Decke, um deinen Hüften mehr Raum zu geben, falls sie sich steif anfühlen.
- Bleibe etwas aufrechter sitzen, wenn sich die Vorbeuge heute zu intensiv anfühlt.

Happy Baby
Dauer: 1:00
Rolle dich ins Happy Baby, um deinen unteren Rücken zu entspannen und deine Hüften mit einer spielerischen Dehnung zu öffnen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Lege dich auf den Rücken, winkle die Knie an und stelle die Füße flach auf.
- Hebe die Füße an und ziehe deine Knie in Richtung deiner Achselhöhlen.
- Greife die Außenkanten deiner Füße und ziehe die Knie sanft Richtung Boden, während dein unterer Rücken auf der Matte bleibt.
Tipps
- Drücke dein Steißbein in den Boden, um den unteren Rücken zu entlasten.
- Entspanne deine Schultern und deinen Kiefer, während du ruhig weiteratmest.
Anpassungen
- Greife deine Knöchel oder Waden, falls es heute zu schwer ist, die Füße zu erreichen.

Pflug
Dauer: 1:00
Rolle dich in den Pflug, um deine Wirbelsäule und die Beinrückseiten zu dehnen und deinem Nervensystem eine beruhigende Pause zu gönnen.
Level: Fortgeschritten
Anleitung
- Lege dich auf den Rücken, strecke die Beine aus und lege die Arme neben deinen Körper.
- Spanne deinen Bauch an, um die Beine über den Kopf zu heben, und stütze deinen unteren Rücken mit den Händen.
- Senke die Füße hinter deinem Kopf in Richtung Boden. Wenn sie den Boden berühren, strecke die Arme mit den Handflächen nach unten auf der Matte aus.
Tipps
- Halte die Beine gerade und strecke die Zehen in Richtung Boden.
- Entspanne deinen Nacken und vermeide es, den Kopf in dieser Position zu drehen.
Anpassungen
- Stütze deine Hüfte mit den Händen, falls deine Füße den Boden nicht berühren.
- Beuge deine Knie leicht, wenn sich die Dehnung mit gestreckten Beinen zu intensiv anfühlt.

Liegender Schmetterling
Dauer: 2:00
Lege dich auf den Rücken und lass die Knie nach außen fallen, um deine Hüften sanft zu öffnen und die Wirbelsäule zu entspannen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Lege dich auf den Rücken, beuge die Knie und stelle die Füße flach auf.
- Bringe die Fußsohlen aneinander und lass die Knie locker zu den Seiten fallen.
- Lege die Arme mit den Handflächen nach oben neben dich und atme tief in die Dehnung.
Tipps
- Lass die Schwerkraft deine Hüften öffnen, ohne Druck auszuüben.
Anpassungen
- Lege bei Bedarf Kissen oder Blöcke unter deine Oberschenkel, um sie abzustützen.

Beine an der Wand
Dauer: 2:00
Lege deine Beine an der Wand ab, um müde Beine zu erfrischen und dein Nervensystem zu beruhigen.
Level: Anfänger
Anleitung
- Setze dich mit einer Hüfte nah an eine Wand, lege dich auf den Rücken und schwinge deine Beine in einer fließenden Bewegung nach oben.
- Rutsche mit der Hüfte so nah an die Wand, wie es für dich bequem ist, und strecke die Beine gerade nach oben.
- Lege deine Arme mit den Handflächen nach oben neben dir ab und atme tief ein und aus.
Tipps
- Halte deine Beine entspannt und die Knie leicht gebeugt.
Anpassungen
- Rücke mit der Hüfte etwas weiter von der Wand weg, wenn die Dehnung in den Oberschenkelrückseiten zu stark ist.
- Lege dir für mehr Unterstützung ein Kissen oder eine gefaltete Decke unter die Hüfte.
Nimm die Ruhe mit
Bleib noch für ein paar zusätzliche Atemzüge ganz bei dir, löse die Position dann langsam auf und nimm diese Ruhe mit in den Rest deines Abends. Die Entspannung, die du dir gerade erarbeitet hast, muss nicht enden, nur weil die Routine vorbei ist.
Mach diese Routine immer dann, wenn dir alles zu viel wird oder du einen Reset brauchst. Mit der Zeit lernt dein Körper, diesen entspannten Zustand leichter abzurufen, was den Umgang mit Stress erleichtert und deine Regeneration effektiver macht.

